Corporate Design – Was? Warum? Wie?

Wie in vielen Lebenslagen ist auch in der Berufswelt der erste Eindruck entscheidend. Das gilt nicht nur für die Menschen, die hier agieren, sondern auch für Unternehmen.  Deswegen widmen wir uns heute dem Thema Corporate Design. Ein einheitliches und harmonisches Unternehmensbild ist für Ihren Erfolg ausschlaggebend. Als Teilbereich der Unternehmensidentität kann das Corporate Design dabei einen wichtigen Beitrag leisten. Wir verraten Ihnen heute die wichtigsten Grundsätze und wie Sie zu Ihrem persönlichen Design kommen.

Bevor wir uns aber Corporate Design widmen können, müssen wir uns mit der Unternehmensidentität beschäftigen, der Corporate Identity. Diese kann man als den Herzschlag Ihres Unternehmens bezeichnen, der die Werte, Einstellungen und das Image in jede Abteilung pumpt. Philosophie. Verhalten. Kommunikation. Kultur. Image und Design. All dies prägt Ihr Unternehmen und diese Bereiche sind das Fundament und die Grundsäulen Ihrer Corporate Identity. Wichtig ist deswegen ein ganzheitliches und übergreifendes Konzept, das strategisch geplant und operativ eingesetzt wird. Die Corporate Identity beinhaltet die Selbstdarstellung eines Unternehmens und zeigt die Verhaltensweisen auf – nach innen genauso wie nach außen. Da Ihr Design Ihr Image prägt, fällt dem Corporate Design eine ganz besonders wichtige Funktion zu.

Co-Founder Nordin Trobradovic weiß worauf es bei einem gelungenen Corporate Design ankommt:

„Als Unternehmen sollte man sich viel Zeit nehmen und fachliches Know-how an Bord holen, um das Corporate Design zu entwickeln. Hier legt man als Unternehmer einen wichtigen Schritt fest: Welche Unternehmensphilosophie haben wir? Wie vermittle ich diese an meine Mitarbeiter und potenziellen Kunden? Und wie setze ich mein Designkonzept um? Dies ist ein Prozess, der viel Zeit braucht, aber auch unglaublichen Spaß machen kann. Wichtig ist nur: gewusst wie!“

Design braucht Kontinuität und schafft Vertrauen und Glaubwürdigkeit

Hauptziel des Corporate Designs ist es, dass Ihre Marke dauerhaft wiederzukennen ist und ihre Unternehmensphilosophie visuell nach außen getragen wird. Es hilft Ihnen, sich in der Flut von Informationen und Werbungen durchzusetzen und sich von der Masse abzuheben. Zudem kann es auch eine motivierende Funktion Ihren Mitarbeitern gegenüber haben. Deswegen ist es besonders wichtig, dass sich Ihr Design wie ein roter Faden durch alle Unternehmensebenen zieht. Logo. Briefpapier. Homepage. Arbeitskleidung. Visitenkarten. Aufkleber. Egal ob ein Kunde mit Ihrem Kugelschreiber schreibt, eine Visitenkarte in der Hand hält oder an einer Präsentation Ihres Unternehmens teilnimmt – er muss das Design sofort mit Ihrer Marke in Verbindung bringen können. Quintessenz: Egal welche Werbemittel Sie einsetzen – sie alle müssen einem Grundtenor entsprechen und so eine Zuordnung zur Ihrer Marke ermöglichen. Das gilt aber nicht nur für die offensichtlichen Dinge. Auch ein einheitliches Textbild ist wichtig: Verwenden Sie immer dieselbe Schrift, Farbfamilien, Grundmotive und bleiben Sie einem Stil treu. Besonders Ihr Online- und Offlineauftritt muss hier harmonieren.

  1. Logo

Ein gutes Logo ist das Um und Auf für Ihr Unternehmen. Im Idealfall ist es einfach, einprägsam und hat einen hohen Wiedererkennungswert. Zudem müssen Sie sich entscheiden, ob es ein reines Bild- oder ein Text-Bild-Logo werden soll. Je nachdem hat Ihr Grafiker unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten. Achten Sie beim Logo besonders darauf, dass es sowohl in Farbe als auch in Schwarz-Weiß gut aussieht. Die wichtigste Grundregel ist aber, dass Sie sich treu bleiben, folgen Sie nicht blind Trends. Ihr Logo begleitet Sie ein Berufsleben lang und sollte deswegen perfekt zu Ihnen passen.

  1. Farben

Die Macht der Farben ist groß. Sie können gewisse Emotionen und Verhaltensweisen hervorrufen und sich aktivierend auf den Empfänger auswirken. Legen Sie Farbfamilien fest, mit denen Sie arbeiten möchten. Die genaue Bezeichnung der Farbe ist dabei besonders wichtig, denn variieren beispielsweise die Blautöne in jeder Präsentation, wirkt dies unharmonisch und somit unprofessionell. Auch über die Wirkung verschiedener Farben müssen Sie sich im Klaren sein. Hier ein kleiner Schummelzettel von uns.

  1. Bilder

Wenig überraschend prägt auch Ihre Bildsprache, Ihr Image. Das Wort verrät es bereits – Bilder sprechen zu uns, vor allem zu unserem Unterbewusstsein. Zur Bildsprache zählen stilistische Vorgaben für Abbildungen, Fotos und Illustrationselemente – sie alle sollten einem roten Faden folgen und eine ähnliche Ausstrahlung haben.

Hier geht es weniger um das Gezeigte als um den Stil und die Aura der Bilder, sie sollten alle eine einheitliche Sprache sprechen und harmonisch und einheitlich wirken. Beispielsweise sollten innerhalb einer Broschüre überladene, farbenfrohe Bilder nicht von ruhigen Schwarz-Weiß-Fotos abgelöst werden – dies löst eine Disharmonie im Betrachter aus – legen Sie eine klare Ordnung fest und verfolgen Sie diese konsequent.

  1. Schrift

Ja, die Schrift ist ein wichtiger Bestandteil des Corporate Designs, auch wenn man vielleicht nicht sofort daran denkt. Bei der Auswahl der sogenannten „Hausschrift“ legt man die Schriftart für Überschriften, Fließtext und deren Einsatz fest. Auch Schriften kreieren eine gewisse Aura und Atmosphäre und bestimmen mit, wie Ihr Unternehmen wahrgenommen und eingeordnet wird. Deswegen überlegen Sie sich genau, wen Sie ansprechen wollen und was durch die Schrift transportiert werden soll.

Typische Einsatzgebiete des Corporate Design: Logo, Schrift, Farbsysteme, Homepage, Präsentationen, Apps, Newsletter, Foto- und Illustrationsstile, Paketkleber, Briefpapier, Blöcke, Broschüren, Kuverts, Jahresbericht, Firmenzeitschrift …

Step by Step zum Corporate Design

  1. Analyse & Briefing

Am Anfang eines Prozesses steht eine ausführliche Analyse. In dieser Phase wird das bestehende Image kritisch hinterfragt, die Geschichte des Unternehmens besprochen und die Marktposition geklärt. In dieser Phase können auch die Einstellungen der Mitarbeiter zum Unternehmen und dessen Image hilfreich sein. Durch die Analyse des Erscheinungsbildes und der Unternehmensphilosophie kann ein kreativer Prozess ausgelöst werden. Oftmals ist das Ergebnis einer genauen Analyse die Erkenntnis, dass die Unternehmensphilosophie und das Erscheinungsbild nicht harmonisch sind. Deswegen ist es besonders wichtig, die Wünsche und Richtlinien genau aufzuschreiben und die Mitarbeiter gut zu briefen.

  1. Konzeption & Entwicklung

Nach der Analyse folgt der Prozess der Konzeption und Entwicklung. Hier können bestehende Elemente neu überarbeitet oder ganz neu kreiert werden. Wichtig ist ein geschlossenes Gestaltungskonzept, das auf alle Unternehmensbereiche umgelegt werden kann. Wie bereits erwähnt ist es besonders wichtig, in der Konzeption und Entwicklung die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten des Designs vor Augen zu haben. Denn egal ob Autoaufkleber, Kugelschreiber oder Briefpapier – ein harmonisches Ganzes ist wichtig für ein erfolgreiches Corporate Design.

  1. Dokumentation & Einführung

Damit das Design auch sinnvoll und nachhaltig von allen Mitarbeitern und Abteilungen eingesetzt werden kann, ist das Festhalten der Richtlinien und Regeln in einem so genannten Handbuch besonders wichtig. Hier werden alle Identitätselemente und ihre Einsatzmöglichkeiten genau aufgelistet und transparent gemacht. In dem Handbuch werden Hinweise für die Anwendung und eine genaue Struktur festgelegt. Hier wird beispielsweise festgesetzt, welche Farben zu verwenden sind, welche Schriftarten für Überschriften und Fließtext eingesetzt werden und wie das Logo zu verwenden ist. Wenn alle Mitarbeiter informiert sind, kann die Umsetzung und Einführung des Corporate Designs beginnen, wichtig ist hier ein zeitgleicher Beginn der Einführung.

von Hannah Poppenwimmer.

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