Influencer-Marketing: Was ist dran am Hype?

Influencer. Ein Stichwort, das bereits vergangenes Jahr das Marketing geprägt hat. Doch was genau verbirgt sich hinter dem Schlagwort und wie genau können Sie Influencer für Ihr Unternehmen nutzen? Wir haben die Antworten.

Erreichen Sie Ihre Zielgruppe durch gezieltes Influencer-Marketing

Der Begriff Influencer kommt aus dem Englischen und kann als Bezeichnung für einflussreiche Personen eingedeutscht werden. Das macht sie besonders für den Marketingbereich so spannend, denn Influencer haben eine starke Präsenz und ein hohes Ansehen in den sozialen Netzwerken. Ob Musiker, Sportler, Politiker, Schauspieler, Meinungsbildner oder andere erfolgreiche Einzelpersonen – sie alle eint eines in ihrer Funktion als Influencer, sie sind stark vernetzt und können durch ihre Social Media-Accounts andere User aktivieren.

Für Sie als Unternehmen sind sie also dann interessant, wenn es darum geht, eine große Reichweite für kommerzialisierte Inhalte zu erhalten. Bewerben Influencer Ihre Marke oder Produkte auf ihren Accounts, bekommen Sie automatisch Reichweite, Relevanz bei der gewünschten Zielgruppe, Reputation und Resultate, denn die Fürsprache dieser Personen führt im besten Fall zu (Kauf-) Entscheidungen bei Ihrer Zielgruppe. Oberste Regel dabei ist, dass der Influencer das Produkt authentisch bewirbt, das bedeutet, dass die Bewerbung sich sprachlich und bildlich harmonisch in den übrigen Account einbettet.

Die Welt der Influencer verstehen

Doch warum nehmen User Kaufempfehlungen der Influencer so ernst? Das Stichwort hier ist Vertrauen. Follower, so werden User bezeichnet, die Accounts bestimmter Personen abonnieren, vertrauen ihren „Vorbildern“. Empfiehlt ein Influencer eines Ihrer Produkte, geht der Follower also davon aus, dass dies eine glaubwürdige Empfehlung ist, weil auch für den Influencer seine Reputation auf dem Spiel steht. Stecken Sie also, bevor Sie Anfragen aussenden, viel Zeit in die Recherche. Welcher Influencer passt zu Ihrem Produkt? Wer kann glaubwürdig die Message Ihrer Marke verkaufen? Das alles sind Überlegungen, die Sie vor der Erstellung Ihrer Strategie anstellen müssen. Denn auch für Sie gilt: Zwischen Ihrer Marke und den Influencern muss erst ein Vertrauensverhältnis aufgebaut werden.

Influencer-Strategie: Lernen aus der Vergangenheit

Ein genereller Trend, der sich seit 2016 zeigt – es besteht bei Unternehmen immer mehr Bewusstsein über die Wichtigkeit und Rolle der Influencer in ihrem Marketingplan. Nicht immer spiegelt sich dies jedoch in der Budgetplanung wieder, hier wird das Influencer-Marketing immer noch stiefmütterlich behandelt. Eines ist aber klar, durch Ad-Blocker und andere Einschränkungen wird die klassische Bewerbung von Produkten heutzutage immer schwieriger. Für die Zukunft wird es also wichtig sein, dass Sie auch dem Influencer-Marketing ausreichend Platz in Ihrer Strategie widmen.

In den letzten beiden Jahren ist der Markt größer geworden und dementsprechend kann man aus heutiger Sicht ein Resümee ziehen und aus den Erfahrungen lernen. Eine der größten Änderungen ist wohl die im Jahr 2017 losgetretene rechtliche Situation und die Sanktionierung von nicht gekennzeichneten Einträgen. Das bedeutet, dass jeder Influencer dazu verpflichtet ist, Beiträge zu kennzeichnen, wenn sie im Zuge einer Kooperation entstanden sind. Bekommt beispielsweise eine Mode-Bloggerin ein PR-Exemplar einer Hose zugesendet und stellt diese auf ihrem Account vor, dann muss sie diese Zusammenarbeit offenlegen. Dies schafft Transparenz und vermeidet Irreführungen. Dem End-User macht dieser Schritt die Intention des Postings verständlicher.

Langfristige und nachhaltige Beziehungen aufbauen

Ein häufiger Fehler ist, dass Unternehmen Influencer nur einplanen, wenn es beispielsweise um die Bewerbung eines Events geht. Der Effekt ist hier jedoch nur ein kurzzeitiger und Ihr Ziel muss es sein, langfristige und nachhaltige Beziehungen zu den Influencern, die für Ihren Bereich wichtig sind, aufzubauen. Denken Sie also nicht nur in Kampagnen, denn Ihre Kunden sind immer online. Als Unternehmen müssen Sie lernen, wie Ihre Kunden Entscheidungen treffen und was und wer sie bei dieser Kaufentscheidung beeinflusst. Wenn Sie das wissen, können Sie die Beziehung zwischen Ihrem Produkt und Ihrer Zielgruppe gezielt fördern.

Mikroinfluencer – unterschätzt, aber mächtig

Ein weiterer Trend, der sich in den vergangenen Monaten gezeigt hat: Mikroinfluencer werden oft unterschätzt. Der Name sagt es, Mikroinfluencer haben im Vergleich zu großen Accounts weniger Follower, diese sind aber im Vergleich treuer. Die Follow-Gemeinschaft scheint überschaubar, Interaktionen mit dem Influencer sind möglich und die Kommunikation scheint oft authentischer und direkter als jene der großen Instagram-Stars. Bei diesen Mega-Accounts ist man sich bei der Präsentation von Produkten nicht immer sicher, ob die Person auch wirklich dahintersteht. Deswegen macht es durchaus Sinn, sich auch auf Mikroinfluencer zu konzentrieren, anstatt nur die großen Accounts anzustreben.

Influencer-Marketing: Blick in die Zukunft

Doch das war die Vergangenheit, wir wollen einen Blick in die Zukunft werfen. Was erwartet uns 2018? Der größte Trend ist die Kombination von Mega-, Makro- und Mikro-Influencern. Die Strategien zu vereinen und nicht als voneinander abgespaltete Bereiche zu sehen, ist hier die Herausforderung. Ziel ist es, von den Influencern, mit denen Sie kooperieren, Loyalität, Empfehlung und Fürsprache zu bekommen. Denn am Ende des Tages sind sie es, die zwischen Ihrem Produkt und Ihrer potenziellen Zielgruppe vermitteln.

Ihr Ziel als Unternehmen ist es, dem Kunden eine gute Erfahrung mit Ihrem Produkt zu vermitteln und eine emotionale Bindung zwischen der Zielgruppe und Ihrem Produkt aufzubauen. Dafür braucht es stetige Markenberührungspunkte.

Die Frage die sich nun stellt: Wie kann die Zusammenarbeit oder das Produkt dieser Kooperation am Ende aussehen? Wir verraten, welche fünf Potenziale Sie in Ihrer Influencer-Marketing-Strategie beachten sollten.

  1. Bewusstseinsbildung und Inspiration

Ein guter Post kann Ihre Zielgruppe dazu inspirieren, Ihr Produkt zu kaufen. Diese Bewusstseinsbildung kann durch ein bloßes Vorstellen Ihrer Marke geschehen. Der Influencer, mit dem Sie kooperieren, kann hier beispielsweise schlicht und einfach eine Geschichte über Ihr Produkt erzählen. Bei einer Hautcreme kann dies das alleinige Vorstellen dieser sein. Im Idealfall vermittelt er hier schon grundlegende Informationen, die der Endkunde für seine Kaufentscheidung braucht.

  1. Wissensvermittlung

Nutzt ein Instagrammer die Möglichkeit einer sogenannten „Questions & Answers“-Runde, hat der Follower, also Ihr Endkunde, die Möglichkeit, gezielt Fragen über das Produkt zu stellen, die dann beantwortet werden. Zum einen können Sie hier filtern, welche Bereiche und Fragen die Zielgruppe interessieren, zum anderen können die Influencer diese Fragen gleich beantworten und der User nimmt die Antworten durch das erwähnte Vertrauensverhältnis „besser“ auf, als wenn es in einer reinen Werbebotschaft formuliert wäre.

  1. Sehnsüchte wecken

Ein Hauptaugenmerk sollte darauf liegen, bei seiner Zielgruppe Sehnsüchte zu erwecken. Der User sollte durch ein Posting über das Produkt den Drang verspüren, das Produkt auch haben zu wollen. Wenn Ihr Testimonial also seine Erfahrungen mit seinen Followern teilt und beispielsweise ein Review schreibt, in dem er alle Informationen spielerisch verpackt, kann er somit die Sehnsucht wecken, das Produkt auch haben zu wollen. Das kann von der Bewerbung einer Hautcreme bis hin zu einer Reise nach Bali vieles sein. Liest man das Review, sieht Bilder der Produkte und bekommt einen authentischen Erfahrungsbericht, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass man als Kunde das Produkt auch benutzen möchte.

  1. Entscheidungsfindung

Natürlich ist das Ziel, dass der Kunde durch den Post des Influencers zu einer Kaufentscheidung kommt. Um diese Kaufentscheidung positiv zu beeinflussen, arbeiten viele Unternehmen mit Sales-Events und Promo-Codes, die in einem Post ansprechend verarbeitet werden. Der Effekt ist klar, der Kunde hat die Möglichkeit das zuvor gesehene Produkt mit einem exklusiven Code billiger zu bekommen. Gehen wir beispielsweise davon aus, dass amondi einen Mode-Blog hat und ein Paket voller Kleidung zugesendet bekommt, dann packen wir dieses Paket „gemeinsam“ mit unseren Follower aus und im besten Fall zeigen wir alle Produkte, die wir bekommen haben. Am Ende bekommt unsere Follower-Gemeinschaft dann einen exklusiven Rabatt, der zeitlich begrenzt ist.

  1. Befürwortung

Im Idealfall bekommen Sie durch Ihr Influencer-Marketing neue Kunden und stimmt das Werbeversprechen mit dem Endprodukt überein, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass aus Ihren Kunden Befürworter werden, schlicht und einfach, weil sie mit Ihrem Produkt zufrieden sind. Sind sie überzeugt von ihrem Kauf, werden die Kunden dies durch ihre eigenen Social-Media-Kanäle oder durch Mundpropaganda mit Freunden teilen und werden somit selbst zu Ambassadors Ihrer Marke. Ein Kreislauf, der sich bei richtig eingesetztem Influencer-Marketing selbstständig wiederholen kann und in dem ein großes Potenzial liegt.

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