Künstliche Intelligenz im Marketing- unsere Zukunft?

Was bedeutet Künstliche Intelligenz? Inwieweit bin ich davon betroffen? Bestimmt Künstliche Intelligenz bereits mein Leben? Wie kann ich von Künstlicher Intelligenz profitieren?

Künstliche Intelligenz im Marketing

Künstliche Intelligenz (KI) hat zum Ziel, das menschliche Denken nicht nur zu simulieren, sondern auch zu ergänzen. Ein Zusammenspiel aus Technik und Mensch in unserem heutigen Dasein. Technische Systeme setzen sich damit auseinander, wie Computer Wahrnehmungen verarbeiten, mit erlernten Algorithmen abgleichen und dann eine zielgerichtete Handlung auslösen.

Selbstfahrende Autos und Roboter sind dabei nur zwei Beispiele von Künstlicher Intelligenz, die zukünftig unseren Alltag bestimmen werden. Technologien und Systeme, die anhand von großen Datenmengen Handlungsabläufe erlernen können und selbstständig handeln, bzw. Entscheidungen treffen.

Die Google Suchmaschine zählt zu den weltweit bekanntesten KI-Erfindungen. Die Technologie durchsucht unzählige Quellen und zeigt die passenden Suchergebnisse innerhalb weniger Sekunden an. Sprachassistenten erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und folgen den Nutzern ins tägliche Leben. Auch immer mehr Unternehmen setzen Künstliche Intelligenz für ihre Produkte und Dienstleistungen ein. 

Welche Formen der Künstlichen Intelligenz wir unterscheiden, wie wir sie in unseren Alltag integrieren und von ihnen profitieren können, erfahren Sie hier: 

4 Arten der Künstlichen Intelligenz

Die reaktive Künstliche Intelligenz
Systeme nehmen die Umgebung/ Umwelt wahr und reagieren auf das, was sie aktuell erkennen können. Die primäre Form der Künstlichen Intelligenz kann sich nur auf diesen Moment konzentrieren und nicht auf vergangene Erfahrungen zurückgreifen, um aktuelle Entscheidungen auf Grund von abgespeicherten Daten zurückzugreifen.
Beispiele sind IBMs Deep Blue, das Kasparov beim Schach geschlagen hat.

Systeme mit begrenztem Gedächtnis
Die Weiterentwicklung der reaktiven Künstlichen Intelligenz sind Systeme mit begrenztem Gedächtnis. Sie können vergangene Informationen speichern und sie in aktuellen Situationen abrufen. Sie haben einen Erfahrungsvorrat, auf den sie zurückgreifen, um richtige Entscheidungen zu treffen und entsprechende Handlungen auszuführen.
Beispiele sind selbstfahrende Fahrzeuge, Chatbots und persönliche digitale Assistenten.

Systeme mit eigenem Bewusstsein
Noch ist diese Form der Künstlichen Intelligenz Zukunftsmusik für uns. Systeme können ein eigenes Bewusstsein entwickeln. Sie erkennen sich selbst und andere und entwickeln ein Verständnis dafür, dass andere sich irren können und falsch handeln.
Diese Systeme werden die Fähigkeit haben, Gedanken und Emotionen zu verstehen, die das menschliche Verhalten beeinflussen. Sie sind dazu fähig, sozial zu interagieren.
Beispiele aus dem Bereich Science Fiction sind C-3P0 und R2-D2 aus den Star Wars Filmen. 

Sich „ihrer selbst“ bewusste Systeme
Die am weitesten entwickelte Form unserer Vorstellung von Künstlicher Intelligenz sind Systeme, die sich ihrer Selbst bewusst sind. Sie sind in der Lage, eine Vorstellungen über sich selbst zu bilden, quasi eine Erweiterung der Systeme mit eigenem Bewusstsein. Sie können die Gefühle von Menschen vorhersagen, Abstraktionen bilden und Schlussfolgerungen ziehen.
Beispiele sind Eva in dem Film „Ex Machina“ und Synths aus der TV-Serie „Menschen“.

Künstliche Intelligenz im Marketing

Künstliche Intelligenz im Marketing

Entscheidend ist nun, wie Künstliche Intelligenz unseren beruflichen Erfolg oder Misserfolg beeinflussen. Welche Möglichkeiten haben wir heutzutage, um Prozesse zu optimieren, effizienter und schneller zu arbeiten? 

Vor allem im digitalen Marketing wird Künstliche Intelligenz dafür verwendet, Daten zu analysieren und diese auszuwerten. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im digitalen Marketing bietet die Chance, zielgerichtete und individuelle Kampagnen zu realisieren, welche die Kunden im richtigen Moment erreichen und ein hohes Investitionspotenzial bieten. 

Im Alltag ist die Künstliche Intelligenz längst angekommen. Durch Big Data und Künstlicher Intelligenz besteht die Aufgabe des Marketers nicht mehr darin, Daten über den Kunden zu sammeln. Das passiert nun automatisch, schneller und effizienter. Unsere Aufgabe ist vielmehr, die Daten auszuwerten und daraus smarte Strategien zu entwickeln.

Alltägliche Beispiele von Künstlicher Intelligenz im Marketing 

Chatbots
Durch Chatbots, die über soziale Medien eingesetzt werden, eröffnen sich neue Kommunikationswege für Unternehmen und Kunden. Insbesondere der Kundenservice und Supportbereich wird durch Chatbots unterstützt, um die Kundenwünsche und Anfragen schnell  zu bearbeiten und Mitarbeiter zu entlasten. 

Social Bots
Social Bots – auch Social Networking Bots genannt – werden als eine Weiterentwicklung der Chatbots angesehen. Sie können ein sehr realistisch wirkendes Profil erzeugen, denn durch Künstlicher Intelligenz können sie menschliche Verhaltensmuster simulieren. Sie folgen anderen Nutzern, beteiligen sich an Diskussionen und treten eigenständig in Interaktion. Social Bots werden beispielsweise dafür eingesetzt, Produkte positiv zu bewerten, diese zu empfehlen und somit potenzielle Konsumenten bei ihrer Kaufentscheidung zu beeinflussen.

E-Mail Marketing
Auf Basis von Wahrscheinlichkeitsberechnungen werden im E-Mail Marketing Betreffzeilen erstellt, die eine hohe Öffnungsraten der Mails garantieren sollen. Der optimale Versandzeitpunkt wird anhand des Nutzerverhalten individuell festgelegt.

Sprachsteuerung und virtuelle Assistenten
Systeme können unsere Sprache in Text umwandeln. Google zum Beispiel hat bereits die Sprachbedienung eingeführt. Während man sich beim Tippen in das Suchfeld angewöhnt hat, die Suchmaschine mit einzelnen Keywords zu füttern, wird bei Sprachbefehlen ein natürlicher Monolog geführt. Wir behandeln Google wie einen Assistenten, mit dem wir ja ebenfalls in ganzen Sätzen reden würden. 

Bilderkennung und Videoverarbeitung
Bildbearbeitungsprogramme und Kameras erkennen Gesichter und gehen über reine Mustererkennung bereits hinaus. Die Bild-Klassifizierung wird von einigen großen Unternehmen wie ebay, ASOS oder Zalando implementiert. Meist stehen Funktionen zur Verfügung, die es Kunden ermöglichen, Fotos von Bekleidung oder anderen Objekten zu machen und anhand dieser Fotos Produktvorschläge zu erhalten. 

Smarte Personalisierung
Wenn das KI-Marketing Automation-System also nicht nur auf Basis der Zielgruppen die Inhalte optimiert ausspielt, sondern auf Basis der Interessen jedes einzelnen Nutzers bzw. Leads, sprechen wir von smarter Personalisierung von Künstlicher Intelligenz im Marketing. So könnten wir zum Beispiel die endlosen Diskussionen über den optimalen Versandzeitpunkt von E-Mails beenden – denn jeder Empfänger könnte den Newsletter genau dann bekommen, wann es für ihn persönlich am besten ist.

Hyper Targeting
Nutzerdaten werden durch eine Algorithmus gebündelt und analysiert. Dieser Algorithmus greift die Ergebnisse der Analysen auf und lernt anhand dieser Ergebnisse dazu. Ziel ist, dem Kunden auf ihn zugeschnittene und relevante Angebote zu präsentieren. Das Unternehmen kann aus dem Nutzerverhalten Rückschlüsse auf den Kunden und dessen Entscheidungsprozess ziehen. 

Intelligente Preise
Mit Künstlicher Intelligenz ist es möglich, Preise nicht nur zeitbezogen, sondern individuell an den Konsumenten und seine Zahlungsbereitschaft anzupassen. Die intelligente Preisgestaltung findet schon seit längerem im Online-Handel, basierend auf Big Data Analysen, statt. Dabei fließen personenbezogene Faktoren in die Analyse mit ein. Bei den personenbezogenen Faktoren handelt es sich zum Beispiel um Muster im Kaufverhalten, um die Art und Marke des Endgerätes, mit dem online gekauft wird, die Region, in der man wohnt, oder die Größe des Wohnortes. Aufgrund dieser Daten kann die Preisakzeptanz eines jeden Kunden analysiert und dem Kunden als Produktpreis angezeigt werden.
Künstliche Intelligenz im Marketing

Verhaltensbasierte Vorhersagen durch Künstliche Intelligenz?

Kundenbedürfnisse zu identifizieren und zu verstehen ist für viele Unternehmen eine Herausforderung. Mithilfe der Künstlichen Intelligenz können Kundenbedürfnisse nicht nur identifiziert, sondern prognostiziert werden. Dabei basieren die Vorhersagen nicht mehr auf vagen Vermutungen, sondern basieren auf datengesteuerte Einsichten. Auf verschiedenen Online-Kanälen wie Webseiten, Apps, etc. kann das bisherige Verhalten eines jeden Kunden analysiert werden, denn aus den gewonnenen Daten können Zusammenhänge zwischen Nutzen- bzw. Kaufverhalten untersucht werden. Daraus lassen sich wiederum Rückschlüsse auf das zukünftige Kaufverhalten treffen. 

Ein Beispiel zum Thema verhaltensbasierte Vorhersagen zeigt Amazon. Schon während der Suche nach einem geeigneten Produkt werden dem Kunden Alternativprodukte angezeigt. Gerade das Cross-Selling, also das Verkaufen eines weiteren Produktes mit möglichen Zusatznutzen zum Erstkauf, wird bei Amazon deutlich. Dem Kunden werden während des gesamten Online-Kaufprozesses Produkte angezeigt, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz als empfohlenes Zusatzprodukt analysiert wurden. Diese Empfehlung basiert zunächst auf den Erfahrungen vergangener Käufe, mittlerweile spielt aber zusätzlich die individuelle Kaufhistorie eine Rolle. Somit erhält jeder Kunde individuelle Produktempfehlungen. 

Auch der Streaming-Anbieter Netflix nutzt Künstliche Intelligenz zur spezifischen Kundenansprache. Algorithmen ermitteln, welcher Film- und Serientyp der Kunde ist und empfehlen auf dieser Basis weitere Inhalte. Mittlerweile werden die Empfehlungen sogar mit Prozentwerten versehen, die die Übereinstimmung der Empfehlung mit dem spezifischen Kunden darstellt. Das Empfehlungssystem dient der Kundenbindung, denn eine passende Empfehlung regt den Kunden zum weiteren Konsum an.

Zukünftig werden Sprachassistenten selbstständig Anrufe tätigen und Termine vereinbaren. Bei einem Anruf lässt sich die Stimme des Assistenten nicht von einer menschlichen Stimme unterscheiden und erledigt somit alltägliche organisatorische Aufgaben für den Nutzer. Verschiedene Laute oder vorsätzlich eingebaute Denkpausen verstärken diesen Eindruck und sorgen für menschliche und natürliche Komponenten in der Künstlichen Intelligenz.

Wie können Sie von künstlicher Intelligenz im Marketing zukünftig profitieren?

Ziel der Künstlichen Intelligenz ist es, den Menschen zu unterstützen. Nicht zu ersetzen. Besonders im digitalen Marketing erweist sich die Technologie bislang als unterstützende Hand.

Selbstlernende Programme sind im Marketing der Zukunft nicht mehr wegzudenken. Künstliche Intelligenz im Marketing erleichtert Ihre Arbeit und verschafft Zeit durch die Automatisierung von zeitaufwendigen Prozessen. Wichtig ist, sich rechtzeitig mit den Möglichkeiten von künstlicher Intelligenz auseinanderzusetzen und die Technik zu verstehen, die sie zu Ihrem Vorteil nutzen können. Ein verantwortungsbewusster Umgang mit Künstlicher Intelligenz ist notwendig, da mit einer großen Menge an Kundendaten gearbeitet wird. Das Integrieren und der richtigen Umgang mit Künstlicher Intelligenz in Ihrem Unternehmen ermöglicht Ihnen große Schritte im Bezug auf Verbesserung interner Prozesse, Zeit- und Kostenersparnis durch Automatisierungen und eine stärkere Kundengenerierung durch personalisierte Kundenansprache und individuellen Angebotspräsentationen. 

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